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Motorräder werden in der EU immer beliebter: In den letzten zehn Jahren hat sich ihre Zahl auf europäischen Straßen laut EU-Kommission um 34 Prozent erhöht. Mit dem Frühling melden sie sich im Straßenverkehr zurück, in Städten gelten sie als besonders praktisch. Aber sie sind auch gefährlich und belasten die Umwelt.

Der Verbraucherschutzausschuss des EU-Parlaments sprach am 22. März mit Experten aus Verbänden und der Wirtschaft über Verbesserungen für Motorräder bei Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Die aktuellen Zulassungsvoraussetzungen sollen verschärft werden.
 

Wie kann das Sicherheitsproblem gelöst werden?

Die Gefahr tödlicher und schwerer Unfälle ist für Motorradfahrer deutlich höher als für andere Verkehrsteilnehmer. Nur zwei Prozent aller Verkehrsteilnehmer sind Motorrad- oder -rollerfahrer, sie machen in den Unfallstatistiken aber 17 Prozent der Todesfälle aus. Die Vorschläge, wie Motorräder sicherer gemacht werden können, umfassen: ABS und bessere Bremssysteme für mehr Stabilität und weniger Bremsstrecke, eine Pflicht zur Helmbeleuchtung für bessere Sichtbarkeit und Begrenzungen der Tuning-Möglichkeiten, die Sicherheit gefährden und zur Umweltverschmutzung beitragen.

Der Berichterstatter, der niederländische EU-Abgeordnete Wim van de Camp (EPP), der finnische Parlamentarier Mitro Repo (S&D) und der niederländische Abgeordnete Toine Manders (Liberale) wiesen darauf hin, dass Sicherheit im Straßenverkehr auch eine Frage des Risikobewusstseins aller Verkehrsteilnehmer sei. "Sicherheit hat viele Facetten: Es geht nicht nur darum, was man zwischen zwei Rädern hat, sondern auch zwischen seinen beiden Ohren", sagte Repo.

Berichterstatter van de Camp erkennt die Wichtigkeit menschlichen Verhaltens an, ist aber "entschlossen, technische Sicherheitsmerkmale der Fahrzeuge gründlich anzugehen". Für Luca Pascotto vom Internationalen Automobil-Verband "scheint ABS die effizienteste Lösung zu sein", wenn es um technische Antworten geht.


Verbesserungen für mehr Umweltfreundlichkeit

Entgegen der allgemeinen Vorstellung sind Motorräder und -roller nicht umweltfreundlich, ihre Emissionen sind laut van de Camp im Moment "überproportional hoch" und haben steigenden Anteil an den gesamten Emissionen im Straßenverkehr. Der CO2-Ausstoß von Motorrädern und -rollern muss daher reduziert werden. Betrand-Olivier Ducreux von der französischen Umweltschutzorganisation ADEME fordert, dass die Emissionen "besser gemessen werden und die Daten an Verbraucher und staatliche Behörden weitergegeben werden".

Der Berichterstatter unterstützt die Einführung strengerer Grenzen beim CO2-Ausstoß und Forderungen an die Hersteller, diese schnellstmöglich umzusetzen. Antonio Perlot von dem Verband der europäischen Motorradindustrie ACEM befürchtet allerdings, dass die Unternehmen nicht die Kapazitäten hätten, Fristen hierfür einzuhalten.

Ein Gesetzentwurf würde auch darauf abzielen, die bisherige Rechtslage zu vereinfachen, um mehr Effizienz und weniger Hürden für die Anpassung an technischen Fortschritt zu ermöglichen. Der Bericht des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz wird in den kommenden Wochen fertig sein, am 15. Juni wird im Ausschuss über ihn abgestimmt.

 

Quelle: Europäisches Parlament