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Reit im Winkl. Seit etlichen Tagen fällt an der Bundesstraße 305 am Ortsausgang von Reit im Winkl in Richtung Oberwössen eine neue Sicherheitseinrichtung auf: In einer lang gezogenen Rechtskurve wurde vom Staatlichen Bauamt Traunstein auf einer Distanz von etwa 150 Metern die Leitplanke mittels Unterfahrschutzes verstärkt. Dieser soll vor allem Motorradfahrer schützen. Immer wieder kam es in den letzten Jahren auf der fünf Kilometer langen »Masererpass-Strecke« zu schweren Unfällen – und immer wieder reagiert darauf die Unfallkommission, um die Unfallhäufigkeit zu verringern.

 

Die Unfallkommission aus Vertretern des Bauamts, der Polizei sowie der unteren Verkehrsbehörde des Landratsamtes Traunstein taxiert regelmäßig, wo auf den Straßen des Landkreises besonders viele Unfälle passieren. Von einer »Unfallhäufigkeitsstelle« wird dann gesprochen, wenn sich innerhalb von drei Jahren drei schwere Unfälle ereignen. Gleich vier Schwerverletzte waren zwischen 2006 und 2008 in jener Kurve bei Entfelden zu beklagen, wo jetzt der Unterfahrschutz installiert wurde. Darunter waren allein drei Motorradfahrer. »Mit diesem Unterfahrschutz soll verhindert werden, dass Motorradfahrer, die zu Sturz kommen, unter der Leitplanke durchrutschen und sich dabei und besonders auch an den Befestigungspfosten schwere Verletzungen zuziehen können«, erklärt dazu Johann Mayer, der für die Polizei Traunstein in der Unfallkommission sitzt. Gestürzte Motorradfahrer sollen stattdessen an der Planke entlang rutschen, was die Verletzungsgefahr deutlich minimiere. »Solche Einrichtungen sind erst im Kommen, sie werden in den nächsten Jahren an vielen Gefahrstellen an Bayerns Straßen installiert«, so Mayer.
Gerade Motorradfahrer schätzen die kurvige Bergstraße, immer wieder kommt es zu schweren Unfällen. »Das sind oft Fahrer von außerhalb«, hat Ralph Wenig vom MC Unterwössen beobachtet, »Einheimische kennen solche Routen und finden da weniger Gefallen daran.« Die neue, 2000 Euro teure Sicherheitsplanke bewertet er als »ganz klar positiv«. Aber auch in den letzten Jahren wurde von verantwortlichen Stellen schon mehrfach versucht, die Bergstraße sicherer zu gestalten. So weisen mittlerweile in den beiden angrenzenden Ortschaften große Tafeln auf die Unfallgefahr hin.
An einer weiteren gefährlichen Kurve wurde der Bodenbelag abgefräst. Ein Tempolimit auf 60 km/h wurde eingeführt – mangels nachhaltiger Verbesserung der Situation aber wieder ausgesetzt. 2007 und 2008 setzte die Polizei auf verstärkte Kontrollen. Doch all dies geht für Mayer an der Ursache vorbei: »Die Leute müssen sich halt einfach den Verhältnissen einer Gebirgsstrecke anpassen«, auf besondere Herausforderungen müsse man angemessen reagieren.
Dass dies offenbar nicht immer gelingt, beweisen etliche Marterl am Straßenrand. Und wie nachhaltig der Schmerz der Hinterbliebenen ist, verdeutlicht eine Stelle am Wasserfall. Dort stehen ein Holzkreuz und eine Unzahl an Kerzen, die seit 14 Monaten beinahe täglich brennen. Sie erinnern an einen 26-jährigen Motorradfahrer, der am 24. September 2009 nach einer Linkskurve von der Fahrbahn abkam, an eine Steinmauer raste und starb.

Quelle: Traunsteiner-Tagblatt