292 Motorräder vom Typ Honda Goldwing in Maschen. Jede Maschine ein Einzelstück.

"Das ist Reisen wie auf Wolken, man schwebt nur so dahin", beschreibt Hildchen Janicki, 50, die fünfstündige Anreise nach Maschen. Mit Ehemann Klaus, 50, ist sie aus Herne in Nordrhein-Westfalen zum neunten "Funrider"-Treffen gekommen. Zuvor waren sie mit ihrem chromblitzenden Motorrad eine Woche in Österreich unterwegs. Seit sechs Jahren besitzen beide eine Honda Goldwing.

 

Die Fahrer dieser schweren Reisemotorräder sind Individualisten. "Jede Maschine ist anders", erklärt Andrea Neas, 40, vom Club "Funrider Norddeutschland", der schon zum neunten Mal in die Region südlich von Hamburg eingeladen hat. Die ersten Treffen fanden in Rade und Dibbersen statt, zum dritten Mal ging es nun nach Maschen. Mit dabei: Gut 400 Teilnehmer mit 292 Motorrädern vom Typ Goldwing. Gefeiert wird im Maschener Schützenhaus bei Musik und Tanz, übernachtet wird im Zelt, auch Ehepaar Janicki hat eins dabei. Aus Deutschland, Dänemark, Holland, Österreich und Frankreich sind die "Goldwinger" angereist. Der älteste ist 75, der jüngste 22. Den weitesten Weg hat ein Franzose zurückgelegt: 2093 Kilometer von der Cote d'Azur bis nach Maschen.

Neben kleineren Ausfahrten und Besichtigungstouren nach Hamburg steht beim viertägigen Treffen auch ein Motorrad-Corso nach Bispingen zum Snow Dome auf dem Programm. Eindrucksvoll, wie die schweren Maschinen am Sonnabend durch die kleinen Heideorte rollten. 350 Kilo und mehr wiegt eine Goldwing - ohne Fahrer. Dass jede Goldwing anders ist und zum Fahrzeuggewicht immer mal wieder ein paar zusätzliche Kilos hinzukommen, liegt am ausgeprägten Individualismus ihrer Besitzer: Chromteile, Lampen, Radios, spezielle Lackierungen und Airbrush-Bilder machen jede Maschine einzigartig und zum Liebhaberstück, das den persönlichen Geschmack des Besitzers verrät. So ist eine Goldwing auch "kein ganz billiges Hobby", sagt Andrea Neas. 6000 bis 8000 Euro koste der Einstieg mit einer gebrauchten Maschine, nach oben seien kaum Grenzen gesetzt.

Beim Treffen in Maschen werden auch Geschäfte gemacht. Teilehändler, Lackierer und Airbrusher bieten Besonderes zum Aufrüsten an, Jacken und Mützen werden mit Stickereien verziert. Während zum Schmuck der Goldwings auch gelegentlich ein Plüschteddy gehört, ist Funny aus Fleisch und Blut - und stets mit dabei: Für ihre Sheltie-Hündin hat Andrea Neas einen Hundesitz konstruiert und auf dem Beifahrersitz befestigt.(mk)




Quelle: Hamburger Abendblatt