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Ein Traum wurde wahr - Teil 2 von Daddy
 
Sonntag wollten wir es ganz gemütlich angehen lassen. Nach einem ausgiebigen Frühstück unter der Morgensonne Floridas, legten wir die Tour des heutigen Tages fest. Detlef hatte uns einen Tipp gegeben, eine ungewöhnliche und durchaus sehenswerte Bikerkneipe zu besuchen. Also hat unser Häuptling Barni, er war die ganzen Tage unser Anführer, sein Navi gefüttert. Unser Zielpunkt war Port Charlotte. Rauf auf unsere Rösser schlugen wir erst einen gemütlichen Trab ein, um von Cape Coral über Fort Myers unser Ziel anzusteuern. Auf dieser Fahrt bogen wir auch einige Male von der Strecke ab, um uns in aller Ruhe die herrlichen Häuser der Reichen und Schönen anzuschauen. Es waren oftmals richtige Paläste dabei. Vor jedem Haus standen in der Regel zwei bis drei Autos und ein bis zwei Boote auf dem Grundstück. Auch war in fast jeder Ansiedlung ein Sheriffauto vor der Tür. Beim Weiterfahren entdeckten wir einen herrlichen Campingplatz, welcher an einem großen See angelegt war. Dort standen Wohnmobile, welche auf Grund ihrer Größe und Ausführung das Herz jeden Campers höher schlagen ließ. Mann, was sind wir für Kleindenker in Deutschland.
 
Wieder auf der Strecke erreichten wir unseren Abbiegepunkt. Wir bogen links auf die 74 ab, welche uns nach Port Charlotte führen sollte. Die Fahrt verlief  ca. 50 Meilen auf einer schnurgeraden Straße ohne die geringste Kurve oder Krümmung. Alle gaben sich der Schönheit und Ruhe dieser Fahrt bei einer gleichbleibenden Geschwindigkeit von ca. 55 Meilen  (ca. 85 km/h) hin. Barni war oft am telefonieren, Jochen ließ sich oft zurückfallen, um die Landschaft noch besser genießen zu können und ich war vor Begeisterung oftmals mit meiner Wing am Wedeln.
 
In dem besagten Ort angekommen, empfing uns dieser mit einem großen Hafen. Jachten bis zum Abwinken. Eine größer und teurer als die andere. Mit der Gewinnmöglichkeit von 1 Million Euro bei „ Wer wird Millionär“  wäre man hier nicht weit gekommen.  Nach kurzem Suchen sahen wir schon von weitem die „Piratenpinte“. Es standen jede Menge Harleys vor der Tür. Wir hatten Glück, ein Plätzchen für unsere Wings zu finden.
 
Voller Erstaunen unsererseits gesellten sich sofort einige Harley Fahrer um unsere Moppeds, um sie sich etwas näher anzusehen. Schon erstaunlich! Beim Eintreten stellten wir fest, dass die riesige Kneipe brechend voll war und wir nur noch Platz an der Bar fanden. Die übrigen Gäste waren in ihrer Erscheinung sehr unterschiedlich. Neben den diversen Harley Fahrern - manche sahen doch ziemlich wild aus - waren auch ganz normale Familien mit ihren Kindern anwesend. Jeder schien sich sehr wohl zu fühlen. Auch dieser Umstand gab uns zu denken, da sich manches Cafe oder Restaurant in Deutschland schnell leert, wenn Moppedfahrer eintreten (Fressen wir Kinder?).
 
Nach ein, zwei kühlen Bierchen machten wir uns wieder auf den Heimweg. In Fort Myers besuchten wir als erstes einen Honda Händler. Der Laden war so gewaltig, dass man aufpassen musste, sich nicht zu verlaufen. Neben diversen Honda Moppeds waren auch Motorboote und andere Fahrzeuge zu bewundern. Natürlich gab es auch eine große Auswahl an Zubehör und Bekleidung
 
Von dort aus ging es zum Mitbewerber Harley Davidson. Auch dieser Laden war einfach nur riesig. Nirgendwo habe ich so viel Harleys zum Verkauf stehen sehen als dort. Nach langem Suchen fand ich die gleichen Fingerlinge, welche ich mir vor ca. 8 Jahren beim Treffen in FAAK gekauft hatte, in dem Geschäft wieder. Bei einem Preis von 25,00 Dollar kann man nicht meckern. Ich hatte 50,00 Euro bezahlt. Für uns waren die Eindrücke oftmals erschlagend. Auch Jochen und Birgit liebäugelten mit dem einen oder anderen Harley Modell.
 
Als wir uns alles angeschaut hatten, machten wir uns auf den Heimweg. Dieser führte natürlich an dem Wal Mart vorbei. Moppeds abgestellt, Einkaufswagen geschnappt und rein ins Getümmel. Die Frauen waren für die Beilagen verantwortlich und wir Männer für das Grobe. Also schnellen Schrittes zur Fleischtheke. Die herrlichen Riesensteaks mit einem durchschnittlichen Gewicht von ca. 400 Gramm lachten uns schon von weitem an. Wir brauchten sie nur noch in unserem Einkaufswagen zu  verstauen.
 
Barni und ich schauten uns auch in der Elektronik Abteilung um. Neben Plasma Fernsehern, Spielen, Telefonen und Sonstigem konnte man alles  kaufen. Allerdings stellten wir fest, dass die Preisersparnis gegenüber Deutschland sehr gering war. Danach schlenderten wir mal durch den ganzen Laden. Leute was soll ich euch sagen, sogar eine Waffenabteilung gab es dort. Man konnte also neben Würstchen und Käse auch schnell mal ein paar Gewehre unterschiedlichster Kaliber nebst der dazugehörigen Munition erwerben. Was für eine verrückte Welt, denn Alkohol und Zigaretten gab es dort nicht.

Mit unserem getätigten Einkauf machten wir uns auf den Weg. Zuhause angekommen, bereiteten die Frauen einen leckeren Salat und würzten das gekaufte Fleisch. Währenddessen bereitete ich unseren Monstergrill vor. Von der Grillkohle bin ich begeistert. Sie ist ab Werk mit einer brennbaren Flüssigkeit getränkt. Man braucht also keinen separaten Grillanzünder mehr. Grillkohle drauf, anstecken und warten bis sie durchgebrannt ist.

Also die Kuh musste auf den Grill. Man waren das Riesenscheiben. Nach ca. 20 Min. und mehrmaligen wenden waren die Fleischbrocken saftig gegrillt. Die Begeisterung über meine Grillkünste und natürlich nebensächlich des Fleisches war überwältigend. Fazit dieser Grillaktion: Ich musste, durfte nun immer grillen. Für das nächste Mal weiß ich Bescheid. Ich Ausländer nichts kann grillen.  Anschließend wurde alles sauber gemacht und wir setzen uns in einer gemütlichen Runde mit einem Getränk seiner  Wahl an den Pol und plauderten über diesen überaus schönen und erlebnisreichen Tag

Neuer Tag, neues Glück

Damit wir die Umgebung von Cape Coral etwas besser kennenlernen können, hatte uns Detlef geraten, die in der Nähe gelegenen Inseln zu erkunden. Über den Vorschlag dankbar, arbeiteten wir eine Route aus, welche Barni in sein Navi eingab. Los ging die Fahrt.

Von unserem Domizil fuhren wir nach Fort Myers. Dort besuchten wir den Jachthafen. Von der Größe und Anzahl der Boote waren wir sehr überrascht. Eines jedoch stach besonders hervor. Es war eine Privatjacht mit einer Länge von ca. 40 m. Man war das ein Brecher.

Danach besuchten wir das Edison & Ford Museum in McGregor. In den Ausstellungshallen waren alle Erfindungen dieser beiden Genies ausgestellt. Über Automobile, riesige Glühbirnen von 1 ½ m Höhe und 1 m Breite über Transformatoren. Auch gehörte zu dem Anwesen ein riesiger tropischer Garten in dem sich u.a. auch Mangrovenbäume befanden. Einer davon war in seinen Abmessungen unglaublich. Vom Hauptstamm verteilten sich die einzelnen Pfahlwurzeln auf einer Breite von ca. 20 m. Es war schon sehr gewaltig anzusehen, was Mutter Natur so alles vollbringen kann.

Nach diesem Ausflug in die Vergangenheit ging es weiter Richtung unseres ursprünglichen Ziels  über den Sanibel-Causeway. Es ist eine Straße mit langen Brücken, die Fort Myers mit der Insel Sanibel verbindet. Auf der Insel angekommen, fuhren wir den Periwinkle-Way Richtung Sunset-Beach. Wir suchten uns eine beschauliche Stelle am kilometerlangen Strand und schauten den Windsurfern bei ihrem Treiben zu. Nachdem wir eine geraucht und uns an der Umgebung erfreut hatten, setzten wir die Fahrt zur äußersten Spitze auf der Sanibel-Captiva Route Richtung South Seas Plantation fort. Die Straße verlief direkt am Golf von Mexiko . Man war das ein Erlebnis. Als wir dort angekommen waren, wollten wir noch etwas trinken. Leider mussten wir  feststellen, dass an diesem Tag alle Lokale geschlossen hatten. Da es begann schon dunkel zu werden, machten wir uns auf den Heimweg. Auch hatten wir noch nichts gegessen - Grillen war gestern - beschlossen wir einstimmig unser Lieblingsrestaurant das „Asia Buffet“ aufzusuchen. Es war in der Woche, also brauchten wir auch nicht warten und bekamen sofort einen Tisch zugewiesen. Ursel und ich gingen natürlich schnurstracks zur Frischfischabteilung mit den Schrimps. Man lieb ich die Dinger. Gesättigt und zufrieden traten wir unseren Heimweg an. Dort angekommen wurden erst einmal die Vorräte der Spirituosen geplündert. Für den nächsten Tag war eine ausgedehnte Shoppingtour angesagt.